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Vorgeschichte

Text aus dem Neujahrsblatt Zürich 11/12 im Jahr 1977:

1934 fand die Eingemeindung von Oerlikon, Seebach, Affoltern und Schwamendingen zum Stadtkreis 11 statt. Zu diesem Zeitpunkt zählte Schwamendingen 2 820 Einwohner. Diese waren hauptsächlich in der Landwirtschaft und in den in Oerlikon etablierten Fabriken tätig. Das Gewerbe entfaltete seine Tätigkeit noch auf sehr brachem Boden, waren doch die Einkommensverhältnisse mehrheitlich eher bescheiden.

Nach dem zweiten Weltkrieg machten sich grosse Nachholbedürfnisse bemerkbar. Industrie und Gewerbebetriebe schossen wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden. Der dadurch verursachte Sog an Arbeitskräften entvölkerte die Landschaft. Die Agglomeration Zürichs, insbesondere Schwamendingen mit seinen Landreserven, wurde zu einem menschlichen Ballungszentrum, das immer mehr Wohnraum bedurfte. Die grosse Bautätigkeit befruchtete alle Teile des Gewerbes. Schwamendingen wurde zu einem kosmopolitischen Quartier, bis sich Begegnungsstätten fanden, und zu einer Schlafstätte. Bald bewohnten rund 35 000 Einwohner die 598 ha umfassende Grundfläche. Die Landreserven waren bald erschöpft.

1970 lebten im Kreis 11 58 135 Einwohner. Da dies, im Vergleich zu andern Stadtkreisen, den Rahmen sprengte, entschlossen sich die Räte, Schwamendingen zum 12. Stadtkreis zu machen. Dies wurde 1971 zur Tatsache.

Schon im weiteren und näheren Vorfeld dieses politischen Aktes, wie aber auch gleich danach, befassten sich in Schwamendingen ansässige Persönlichkeiten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens mit dem Gedanken der Gründung einer Zunft. Man war sich bewusst, dass im alten Stadtkreis 11 seit 1933 bereits die Zunft St. Niklaus ihre Tätigkeit entfaltete. Seinerzeit waren ja auch Schwamendinger dabei, die tatkräftig mithalfen, diese Zunft aus der Taufe zu heben. Nachfahren dieser Gründungsmitglieder zieren noch heute deren löblichen Rodel (Zünfterverzeichnis).

Man erinnerte sich auch daran, dass 1428 zur Obervogtei Schwamendingen Oberhausen, Oerlikon, Opfikon, Seebach und Stettbach gehörten, und dass schliesslich 1615 auch noch Dübendorf, Dietlikon und Rieden dazukamen. Schwamendingen war also vor 360 Jahren von Bedeutung. Obschon es «ennet dem Berg» lag, kam es seinen Verpflichtungen immer nach, auch dann, wenn es galt, den letzten «Brosamen» mit den «Städtern« zu teilen. Man schickte sich an, einen alten Wechsel zu präsentieren, in der Hoffnung, dass er deshalb eingelöst werde, weil es den Initianten für die Gründung einer Zunft im Kreis 12 insbesondere darum ging, in diesem von menschlichem Flugsand überlagerten Gebiet, der keine oder nur eine unzulängliche Beziehung zur neuen Umgebung empfand, einen Pfahl einzurammen, in der Absicht, gleichgesinnte Kräfte, gleich welcher politischen Anschauung oder konfessionellen Zugehörigkeit, zu sammeln.

Es war vor allem der lokale Gewerbeverein, der diese Bestrebungen sehr aktiv vorantrieb.
Schliesslich fand am 7. Mai 1973, nach Bekanntmachung in der Lokalpresse, im kleinen Saal des Gasthofes zum Hirschen in Schwamendingen eine 1. Orientierungsversammlung über die Gründung einer Zunft im Kreis 12 statt. Es nahmen daran 31 Personen teil. Diese beschlossen, eine Satzungskommission zu bilden und auf den 2. Juli 1973 die Gründungsversammlung der Vorbereitenden Gesellschaft zur Gründung einer Zunft im Kreis 12 einzuberufen.